Kurz gefasst
- Prüfen Sie vor dem Kauf die Quellen und ihre Lizenzen, den Datenstand und den Füllgrad jedes Felds, nicht nur die Gesamtzahl der Einträge.
- Seien Sie vorsichtig bei E-Mail-Adressen, die bei vielen Einträgen vorkommen, und bei „konstruierten“ Adressen.
- Vergleichen Sie Angebote über den Preis je nutzbarem Eintrag und prüfen Sie, ob der geplante Einsatz den Regeln der CNIL, der französischen Datenschutzbehörde, entspricht.
Zehn Punkte, die Sie vor der Bestellung prüfen sollten
1. Woher stammen die Daten, unter welcher Lizenz?
Ein seriöser Anbieter von Firmenadressen nennt seine Quellen. In Frankreich tauchen drei Arten häufig auf:
- Die base Sirene des INSEE, des französischen Statistikamts, veröffentlicht unter der Licence Ouverte 2.0: freie Weiterverwendung, auch kommerziell, sofern Quelle und Datum der letzten Aktualisierung genannt werden. Sie liefert SIREN (Unternehmensnummer), SIRET (Betriebsnummer), Tätigkeit und Adresse, aber keine Kontaktdaten (siehe Base Sirene: SIREN, SIRET und öffentliche Daten).
- Offene Kartendaten wie Overture Maps Places. Laut der Attributionsseite von Overture Maps stehen die meisten Quellen des Themas „places“ unter der CDLA Permissive 2.0, einige unter Apache 2.0 oder CC0 1.0. Die CDLA Permissive 2.0 erlaubt die Weitergabe der Daten, sofern der Lizenztext mitgeliefert wird.
- Die Websites der Unternehmen, vor allem Kontaktseite und Impressum („mentions légales“), auf denen oft eine E-Mail-Adresse und eine Telefonnummer stehen.
Nennt ein Anbieter keine Quelle, können Sie weder Aktualität noch Lizenz noch die Herkunft eines beanstandeten Eintrags beurteilen. firmdata.fr beschreibt seine Quellen auf der Seite Quellen und Methodik.
2. Welchen Datenstand hat die Datei?
Das Verzeichnis Sirene ändert sich jeden Monat: Bei einer Datei ohne Datum wissen Sie nicht, wie viele Unternehmen seitdem ihre Tätigkeit eingestellt haben. Fragen Sie nach einem Datum je Quelle, zum Beispiel dem Datum der Sirene-Bestandsdatei und der Version der Kartendaten. „Laufend aktualisiert“ ohne weitere Angabe ist keine Information.
3. Wie viele Einträge haben das Feld, das Sie brauchen?
Eine Gesamtzahl sagt wenig. Für ein Postmailing zählt die vollständige Anschrift, für eine E-Mail-Kampagne die E-Mail-Adresse, für einen Abgleich mit Ihrem CRM die SIREN oder die Website. Fragen Sie nach dem Füllgrad jedes Felds für genau Ihre Auswahl, nicht nach einem landesweiten Durchschnitt. Die aktuellen Zahlen von firmdata.fr stehen auf der Seite Datenbestand.
4. Sind die E-Mail-Adressen verlässlich?
Drei Fragen trennen eine gute Datei von einer aufgeblähten:
- Mehrfach genutzte Adressen. Dieselbe Adresse steht manchmal bei Dutzenden Einträgen: die einer Webagentur, eines Hosters oder eines Franchisenetzes. Bei firmdata.fr wird eine Adresse, die bei mindestens drei Einträgen mit unterschiedlichen Namen vorkommt, aussortiert, ebenso Funktionsadressen wie dpo@ oder privacy@.
- Allgemeine oder personenbezogene Adressen. Eine Adresse info@ oder contact@ einer Gesellschaft ist kein personenbezogenes Datum; eine Adresse vorname.nachname@ ist es, und dann gilt die DSGVO.
- Konstruierte Adressen. Manche Angebote „erraten“ vorname.nachname@firma.fr. Die CNIL setzt dieser Praxis enge Grenzen (Veröffentlichung vom 16. Oktober 2026). firmdata.fr erzeugt keine Adressen und gibt sie nicht als geprüft aus: Unsere Dateien übernehmen die Adressen so, wie die Quelle sie angibt.
5. Wie ist die Branche definiert?
Meist über NAF-Codes, die französische Klassifikation der Wirtschaftszweige. Fragen Sie nach der genauen Liste der verwendeten Codes und danach, was mit Einträgen ohne Code geschieht. Bei firmdata.fr stammt der NAF-Code aus dem laufenden Abgleich mit der base Sirene: Das Angebot nennt, wie viele Einträge einen NAF-Code haben und wie viele nicht. Siehe NAF-Code und APE-Code: eine Branche abgrenzen.
6. Wie wird die Region zugeordnet?
Eine regionale Auswahl beruht auf einer Zuordnungsregel. Bei firmdata.fr wird das Département aus der Postleitzahl abgeleitet, die Region dann aus dem Département. Fragen Sie jeden Anbieter, welche Regel er anwendet und was mit Einträgen ohne Postleitzahl geschieht.
7. Welche Einträge betreffen natürliche Personen?
Die base Sirene zählt 7.845.810 aktive Einzelunternehmer (unsere Auszählung der Datei vom 1. November 2026). Ihre Daten sind personenbezogen: Wer die Datei nutzt, muss die Betroffenen informieren (Art. 14 DSGVO) und ihr Widerspruchsrecht beachten (Art. 21). Die Spalte „Rechtsform“ wird erst nach dem Abgleich mit der base Sirene gefüllt, der noch läuft: Derzeit ist sie noch leer. Bis dahin deutet ein Firmenname aus Vor- und Nachname meist auf einen Einzelunternehmer hin. Einheiten mit eingeschränkter Veröffentlichung in Sirene, die ihr Widerspruchsrecht ausgeübt haben, schließen wir vom Abgleich aus.
8. Wofür wird die Datei genutzt?
Laut der CNIL kann Werbung per E-Mail oder Telefon an Geschäftskontakte auf das berechtigte Interesse gestützt werden, wenn das Angebot mit ihrem Beruf zusammenhängt, mit Information und Widerspruchsrecht; gegenüber Privatpersonen braucht es eine vorherige Einwilligung. Briefwerbung setzt eine vorherige Information und ein Widerspruchsrecht voraus. Eine gekaufte Datei bringt keine Einwilligung mit. Details: B2B-Akquise per E-Mail und Telefon.
9. Was kostet ein nutzbarer Eintrag?
Teilen Sie den Preis durch die Zahl der Einträge, die für Ihren Zweck tatsächlich nutzbar sind. Prüfen Sie auch das Modell: Kauf zur dauerhaften Nutzung, Miete für eine einzige Kampagne oder Abonnement. Bei firmdata.fr ist es ein einmaliger Export ohne Abonnement zum Endpreis in Euro; die Preise je Branche stehen auf der Seite Preise, für regionale oder individuelle Auswahlen erstellen wir ein Angebot.
10. Passt das Format?
Laden Sie vor der Bestellung eine Beispieldatei herunter. Prüfen Sie die Kodierung (Akzente), das Trennzeichen und ob SIREN, SIRET und Postleitzahlen als Text gespeichert sind: Sonst gehen die führenden Nullen verloren. Die Beispieldatei von firmdata.fr enthält 30 erfundene Unternehmen im Format CSV UTF-8 mit Semikolon als Trennzeichen: Export und Beispieldatei.
Ein Rechenbeispiel
Angebot A kostet 300 € für 2.000 Einträge, davon 1.200 mit E-Mail-Adresse. Angebot B kostet 400 € für 2.500 Einträge, davon 2.000 mit E-Mail-Adresse. Für eine E-Mail-Kampagne kostet ein nutzbarer Eintrag bei A 25 Cent und bei B 20 Cent: Das teurere Angebot ist für diesen Zweck das günstigere. Die Zahlen sind frei gewählt.
Fünf Warnsignale
- „Geprüfte E-Mails“ oder „Opt-in“ ohne Erklärung der Methode oder der Herkunft der Einwilligung.
- Keine Quelle genannt oder personenbezogene Adressen für alle Unternehmen.
- Kein Datum der letzten Aktualisierung.
- Keine Beispieldatei und keine Beschreibung der Felder.
- Kein Impressum und keine Kontaktadresse des Anbieters.
Häufige Fragen
Darf ich gekaufte Firmenadressen für E-Mail-Marketing nutzen?
Gegenüber Geschäftskontakten ja, wenn Ihr Angebot mit deren Beruf zusammenhängt: Die CNIL lässt dann das berechtigte Interesse gelten, mit Information der Betroffenen, Widerspruchsrecht und Abmeldelink in jeder Nachricht. Eine gekaufte Datei enthält keine Einwilligung, deshalb scheidet elektronische Werbung an Privatpersonen aus.
Woran erkenne ich, ob eine Datei aktuell ist?
Fragen Sie nach dem Datum jeder verwendeten Quelle und danach, wie geschlossene Unternehmen erkannt werden. Ein seriöser Anbieter nennt genaue Daten, zum Beispiel das Datum der Sirene-Datei und die Version der Kartendaten.
Was kosten Firmenadressen?
Das hängt von Auswahl, Feldern und Nutzungsrechten ab. Vergleichen Sie Angebote über den Preis je Eintrag, der für Ihren Zweck tatsächlich nutzbar ist, und prüfen Sie, ob es sich um einen Kauf zur dauerhaften Nutzung, eine Miete für eine Kampagne oder ein Abonnement handelt.
Stand: 4. November 2026. Quellen: Overture Maps (Attributionsseite), Text der CDLA Permissive 2.0, Licence Ouverte 2.0 auf data.gouv.fr, Informationsseiten der CNIL und der von der CNIL veröffentlichte Text der DSGVO, abgerufen am 4. November 2026. Die Zahl der aktiven Einzelunternehmer stammt aus unserer Auszählung der Datei StockUniteLegale vom 1. November 2026 (Quelle: INSEE, base Sirene, www.insee.fr). Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.